VAKJP  Landesverband Niedersachsen 

Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-PsychotherapeutInnen in Deutschland e.V. gegr. 1953 



Aktuelles:



Bericht aus der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) Februar 2020

 

Grundsätzlich lässt sich feststellen, das durch die schnellen Gesetzesinitiativen vom BMG   (Spahn’s Galopp: 19 Monate/ 19 Gesetze)  wie z.B. das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) und das Digitale Versorgung Gesetz (DVG) in der Folge immer mehr Unklarheiten und Verunsicherungen direkt in den Praxen ankommt und entsprechend für Ärger und Unmut sorgt. Im Zuge der Digitalisierung des Gesundheitswesens werden zukünftig wohl weiterhin Gesetze im Sinne von Versuch und Irrtum auf den Weg gebracht und dann bei Bedarf entsprechend nachjustiert, wodurch letztlich der Eindruck Einsteht zum „Versuchskaninchen“ zu mutieren. 

 

Telematik Infrastruktur TI:

Im Zusammenhang mit der Telematik Infrastruktur stehen zurzeit insbesondere Datenschutzaspekte immer mehr im Vordergrund. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat vom Gesetzgeber den Auftrag bekommen bis Ende Juni 2020 eine Datensicherheitsrichtlinie zu erarbeiten. „Klare Vorgaben sollen Ärzte und Psychotherapeuten künftig dabei unterstützen, sensible Gesundheitsdaten in ihrer Praxis noch besser zu schützen!“ (KBV) In dieser Datensicherheitsrichtlinie sollen Anforderungen zur Gewährleistung (Haftungsrechte) der IT Sicherheit in den Praxen verbindlich geregelt werden und jährlich aktualisiert werden. Darüber hinaus muss die KBV ab dem 30.06.2020 Anbieter im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) auf deren Antrag zertifizieren, um die Ärzte und Psychotherapeuten bei der Umsetzung der Datensicherheitsrichtlinie zu unterstützen. Das heißt, das zertifizierte IT Anbieter die Praxen überprüfen und dann so etwas wie eine Bescheinigung ausfüllen. 

 

Grundsätzlich unterstützen wir als VAKJP dieses Vorgehen, verlangen aber auch, das eindeutig geklärt wird, wer die zu erwartenden Kosten trägt. Es kann nicht sein, dass die Kosten für die finanziellen und juristischen Risiken der Digitalisierung auf die Ärzte und Psychotherapeuten abgewälzt werden.  Psychotherapeuten sind keine IT Ingenieure und keine Juristen. Hinweise auf  Cyber-Versicherungsangebote (für Einzelpraxen jährlich eine 4 stelliger Betrag) sind sicherlich eher etwas für Mehrpersonen Praxen sinnhaft und keine ernsthaften Alternativen für Einzelpraxen im Sinne einer Kosten-Nutzen Betrachtung.

 

Fazit:

Wir als Vorstand der VAKJP sehen nicht, das es realistische Strategien gibt die Digitalisierung im Gesundheitswesen aufzuhalten. Damit einhergeht aber auch die Erkenntnis, dass es zukünftig nur noch relative Datensicherheit und keine absolute Datensicherheit mehr gibt. Alle Psychotherapeuten müssen sich zukünftig mehr mit dem Thema Datensicherheit auseinandersetzen.  Der VS der VAKJP erinnert deshalb an dieser Stelle an allgemeine Sicherheitsaspekte in Praxen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

 

-       Wir empfehlen grundsätzlich einen eigenen PC nur für die TI einzurichten, über den keine weiteren Internetdienste  wie (E-Mail, Internet Browser usw.) in Anspruch genommen werden. Eine große Gefahr in Praxen besteht im Öffnen von getarnten E-Mails, die dann entsprechende Verschlüsselungssoftware installieren. Im nächsten Schritt werden dann die Praxisbetreiber erpresst: Zugang zu den verschlüsselten Daten nur gegen Zahlung einer gewissen Summe. Dies ist in einigen Hausarztpraxen so geschehen. Wenn Sie mit Ihrem Praxis PC grundsätzlich keine Internetdienste in Anspruch nehmen, sind Sie zudem sicher vor Datenklau (Viren und Troyerner).

-       Ein großes Risiko besteht, wenn man z.B. einen mobilen Laptop nutzt, den man auch privat nutzt und mit nach Hause nimmt. Deshalb raten wir als VS der VAKJP davon dringend ab. 

-       Grundsätzlich müssen Sie sich vergewissern ob Ihr IT System durch Firewalls und Virenscanner, die jeweils aktualisierte werden müssen geschützt sind. 

-       Zur Datensicherheit gehören selbstverständlich nach wie vor tägliche Backups des jeweiligen Praxisverwaltungsprogramms (PVS), die auf einem gesonderten Datenträger verschlüsselt hinterlegt werden.

-       Der Zugang zum Rechner muss geschützt sein, Personal muss eine entsprechende Erklärung zum Datenschutz unterschrieben haben. D.h. zum Rechner darf es keine Zugang ohne den Praxisinhaber geben. 

-       Über den regelgerechten Anschluss ihrer Telematik Infrastruktur können Sie sich bei Ihrem Anbieter erkundigen. 

-       Zukünftig wird es insbesondere auch darauf ankommen, dass Sie genau Ihre Strukturqualität zum Datenschutz in der Praxis dokumentieren, dazu sind Psychotherapeuten schon seit Jahren verspflichtet (QS-Handbuch).  

-       Sollte es zu einem Datenzwischenfall kommen, sind Sie verpflichtet, dies dem zuständigen Datenschutzbeauftragten des Landes zu melden und ggf. Anzeige zu erstatten.

 

Überblick über die Änderungen der Psychotherapievereinbarung:

 

-       Einführung der Systemischen Therapie für Erwachsene (wirksam ab 01.07.2020)

-       Für KJP und für KiJu mit geistiger Behinderung Bezugspersonen in der Akutbehandlungen im Verhältnis 1:4

-       Mehr Abrechnungsmöglichkeiten für testverfahren max. 7 satt wie bisher 5 mal in der LZT

-       Wiedereinführung der Mitteilung über die bewilligten Therapieeinheiten bei allen Anträgen

-       Runderneuerung aller Formulare:

Kein Formular mehr zu Beendigung: Anzeige über Pseudo-GOP

Datenübermittlung im Gutachterverfahren: Rechtsgrundlage und Informationstext

 

G-BA und KBV

-       In einer AG „adhoc  „§ 92 Abs. 6“ im G-BA wird die neue Richtlinie zur Versorgung von schwer psychisch kranken Menschen mit komplexen Hilfebedarf entwickelt. Dazu gibt es parallel eine entsprechende AG auf KBV Ebene, die entsprechende Anliegen der Psychotherapeuten vor denkt und abstimmt. Die neue Richtlinie soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Götz Schwope ist an beiden AG’s als Vertreter der KJP vertreten.

-       Im GBA Unterausschuss QS wird weiterhin an einem Einrichtungsvergleichenden QS System zur Verlaufs- und Ergebnisqualität gearbeitet, das zukünftig das Gutachterverfahren ablösen soll. 

-       In einer Bund Länder AG der BPtK wird in diesem Zusammenhang gerade an einer entsprechenden Basis- und Verlaufsdokumentation gearbeitet, die zukünftig dann in die jeweiligen Praxisprogramme eingepflegt werden.

 

Götz Schwope

Stellv. Vors. der VAKJP

  

Gemeinsame Pressemitteilung der Berufsverbände zum geplanten TSVG (Terminservicestellen Versorgungsgesetz)  und eine entsprechende Resolution der KBV

Resolution KBV
2018_09_28_Resolution_TSVG.pdf (197.19KB)
Resolution KBV
2018_09_28_Resolution_TSVG.pdf (197.19KB)
  • Ab 01.1.2018 Akutbehandlung auch über Beihilfe. Eintrag vom 24.08.2018

Psychotherapeutische Behandlungen Einzelne Regelungen aus der GKV wurden wirkungsgleich in den Bereich der Beihilfe übertragen. So können bei Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und analytischer Psychotherapie mit dem Erstantrag mehr Therapiesitzungen als bisher genehmigt werden. Bei psychoanalytisch begründeten Verfahren von Kindern und Jugendlichen wurde die Altersbegrenzung vom 18. Lebensjahr auf das 21. Lebensjahr angehoben.
Psychotherapeutische Akutbehandlung   Die psychotherapeutische Akutbehandlung wurde wirkungsgleich zur GKV in die BBhV übertragen.   Es handelt sich bei der Akutbehandlung um eine Soforthilfe bei akuten psychischen Krisen- und Ausnahmezuständen. Die Akutbehandlung können wir bis zur Gutachten-Entscheidung über die Durchführung eines psychoanalytisch begründeten Verfahrens (§ 19 BBhV) oder einer Verhaltenstherapie (§ 20 BBhV) anerkennen. Voraussetzung ist, dass ein akuter Behandlungsbedarf in einer probatorischen Sitzung festgestellt wurde und bei uns eine Psychotherapiebehandlung beantragt wurde.

  • Aktuelle Information zur Terminservicestelle ++++ ab dem 01.10. vermittelt die TSS auch Probatorik Eintrag vom 22.08.2018
  • Nach Einigung zwischen der KBV und dem GKV Spitzenverband im Erweiterten Bewertungsausschuss steigt der Orientierungswert im kommenden Jahr um  1,58%. Das entspricht z.B. für die psychotherapeutische Sprechstunde, Akutbehandlung und die genehmigungspflichtigen Leistungen (LZT, KZT) eine Erhöhung von ca. 1,50 € ab 2019.  Eintrag vom 22.08.2019
  • Neues zur Eu Datenschutzgrundverordnung (EU DSGV) Eintrag vom 28.07.2018

Auf Nachfrage beim Landesbeauftragten für Datenschutz erhielt ich folgenden Link zur FAQs:

http://www.lfd.niedersachsen.de/startseite/datenschutzreform/dsgvo/faq/ds-gvo-im-gesundheitsbereich-166950.html 

Die BPtK hat ein aktuelles Praxis Info zum Thema: Datenschutz 2018  herausgeben, zum Link: 

BPtK-Praxis-Info „Datenschutz 2018“

  • Zum Rollout der (TI) Telematik klicken Sie bitten diesen Link: http://www.kvn.de/Praxis/TI-Rollout/
  • Zur  EU-Datenschutz-Grundverordnung klicken Sie bitten die unten stehenden Links:
  1. http://www.mit-sicherheit-gut-behandelt.de/
  2. http://www.kbv.de/html/datensicherheit.php

 


Beispiel aus dem QM Musterhandbuch
2.5.4.1 Checkliste IT-Sicherheit AP_TP.pdf (114.48KB)
Beispiel aus dem QM Musterhandbuch
2.5.4.1 Checkliste IT-Sicherheit AP_TP.pdf (114.48KB)